Glossar

Personelle Ausstattung

Hier geht es um Anzahl und Qualifikationen der Mitarbeiter, untergliedert in Ärzte, Pflegepersonal und spezielles therapeutisches Personal. Voll- und Teilzeitbeschäftigte werden dabei zu so genannten "Vollzeitäquivalenten" zusammengerechnet; die Zahlen entsprechen also nicht genau der Anzahl der beschäftigten Personen: So werden beispielsweise zwei Pflegekräfte mit halber Stelle zu einem Vollzeitäquivalent, drei Pflegekräfte mit 40-Prozent-Stelle zu 1,2 Vollzeitäquivalenten zusammengerechnet.

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Pflegepersonalregelungen

Im Rahmen der Pflegepersonalregelungen werden Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) für sogenannte pflegesensitive Krankenhausbereiche geregelt. Die pflegesensitiven Bereiche wurden im Rahmen der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) festgelegt und umfassen die Intensivmedizin, Geriatrie, Kardiologie, Unfallchirurgie, Herzchirurgie und Neurologie. Die PpUG legen die maximale Anzahl von Patienten pro Pflegekraft fest, um ein Mindestmaß an Patientensicherheit durch die Pflege zu gewährleisten. Beispielsweise lag 2019 die vorgegebene PpUG im pflegesensitiven Bereich der Unfallchirurgie bei 10 Patienten pro Pflegekraft während der Tagschichten und bei 20 Patienten pro Pflegekraft während der Nachtschichten. Die PpUG werden seit dem Jahr 2019 schrittweise eingeführt und bis zum Jahr 2021 verschärft. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Unterschreiten dieser Grenzen die Patientensicherheit maßgeblich gefährden kann. Um dies zu kontrollieren, machen die Krankenhäuser getrennt für alle Stationen der einzelnen pflegesensitiven Bereiche sowie getrennt nach Tag- und Nachtschichten Angaben zu den jährlichen Erfüllungsgraden der Untergrenzen. Im strukturierten Qualitätsbericht werden diese als monatsbezogene und schichtbezogene Erfüllungsgrade der PpUG angegeben. Der monatsbezogene Erfüllungsgrad ist der Anteil der Monatsdurchschnitte, in denen die PpUG eingehalten wurde an allen Monatsdurchschnitten. Hat ein Krankenhaus also beispielsweise die PpUG in drei Monaten im Durchschnitt unterschritten, liegt der monatsbezogene Erfüllungsgrad bei 75 %. Der schichtbezogene Erfüllungsgrad ist der Anteil der Schichten pro Jahr, in denen die PpUG eingehalten wurde an allen Schichten pro Jahr. Ein Erfüllungsgrad von beispielsweise 95 % bedeutet somit, dass in 5 % der Schichten die PpUG unterschritten und in 95 % der Schichten eingehalten wurde.

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Pflegestandards

Pflegestandards sind professionell abgestimmte, verbindliche Aussagen über ein bestimmtes Niveau der pflegerischen Versorgung. Sie beinhalten allgemein-gültige, akzeptierte Normen und Vorgehensweisen. Standards definieren verbindlich pflegerisches Handeln auf der Grundlage neuester Erkenntnisse. Sie sind kontinuierlich neuen Erkenntnissen anzupassen und zu evaluieren. Autoren, die das Thema in der Fachliteratur behandeln, verweisen auf ganz unterschiedliche Begriffsbestimmungen.

Ein Standard ist ein Maßstab, der an eine Pflegehandlung angelegt wird. Er gibt ein vereinbartes Qualitätsniveau vor, das in der Praxis überprüfbar ist. In diesem Sinne können Pflegestandards auch als Normen bezeichnet werden. Sie legen einen Soll-Wert für die Pflege unter einem bestimmten Blickwinkel fest. Ein solcher Blickwinkel ist z. B. auf die Patientenbedürfnisse ausgerichtet.

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Planungsrelevante Qualitätsindikatoren

Seit 2017 erheben Krankenhäuser Daten zu sogenannten planungsrelevanten Qualitätsindikatoren. Sofern die Ergebnisse dauerhaft und erheblich unzureichend sind, müssen die Planungsbehörden der Länder krankenhausplanerische Konsequenzen ziehen. Ausnahmen bestehen, sofern die Länder die automatische Geltung der Indikatoren für ihr Land gesetzlich ausgeschlossen haben. Die elf Qualitätsindikatoren, zu denen bisher Daten von den Krankenhäusern erhoben wurden, sind alle aus dem Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe. Sie weisen darauf hin, ob bei einem Krankenhausstandort die Qualität der Versorgung so schlecht ist, dass Patienten gefährdet werden.

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